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Das Leitbild der Evgl. Kirchengemeinde Denklingen

Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei,
aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
(Paulus im 1. Korintherbrief 13,13) 

Wir sind eine evangelische Kirchengemeinde im Oberbergischen, die Gottes Leidenschaft für das Leben mit ihren Mitmenschen entdecken und feiern möchte. Darum möchten wir die Grundlagen für unsere Zusammenarbeit folgendermaßen beschreiben:

„Gott liebt seine Geschöpfe!“

In Jesus Christus erkennen wir Gottes Liebe. Von ihm kommt die Einladung zu einem Leben in Nachfolge und Gemeinschaft.

„Die Wahrheit wird euch frei machen!“

 Diese frohe Botschaft verändert das ganze Leben. Sie treibt uns an und prägt uns als Gemeinde.

„Jesus Christus ist die Hoffnung der Welt!“

Wir stellen unsere Möglichkeiten und Fähigkeiten in den Dienst dieser Hoffnung. Uns ist bewusst, dass dies auch unbequem sein kann.

„Wir dienen aus Dankbarkeit.“

Unsere Gaben dienen dem Gemeindeaufbau und dem Wohlergehen unserer Mitmenschen. Damit setzen wir auch Zeichen gegen soziale Missstände.

„Wir lieben, indem wir Gottes Liebe weitergeben.“

Seine Leidenschaft ermutigt uns – persönlich und als Gemeinde,- auf den Nächsten und den Fernsten zuzugehen. Dies ist nur glaubwürdig aufgrund der Liebe untereinander.

 

Wir wollen eine wachsende und vielfältige Gemeinde sein, in der jeder seine Begabungen einbringt und Unterstützung erfährt. Gott mutet uns viel zu, aber er unterstützt uns dafür auch mit seiner Gnade. Wir laden jeden ein, mit uns auf diesem Weg gemeinsame Erfahrungen zu machen.

 

 

 

Die Denklinger Kirchengemeinde hat sich der Aufgabe gestellt, Tradition und Innovation ineinander wirken zu lassen.

Kommen Sie herein! Die Tür steht tagsüber immer offen. Sie betreten die helle Kirche Denklingens und finden auf einem kleinen Tisch eine Flasche Wasser und ein Glas. Nehmen Sie das Angebot zur Erfrischung wahr.

KirchenschiffSpüren Sie die Helligkeit, betrachten Sie das Zusammentreffen von Altem und Neuem. Helle Holzstühle im Kontrast zum alten Dekor der Boden- Fliesen. Hängelampen aus Aluminium, überwölbt vom klassischen Tonnengewölbe. Historische Pfeifenorgel – moderne Funkmikrophone. Klassische Liedanzeige – asymmetrische Projektionswand für Liedfolien. Dimmbare Deckenlichter in der Gebetsecke – Öl- Dochtlampen auf dem Israelleuchter (Chanukka-Leuchter) mit seinen neun Stelen. Und ruhig, gelassen und erhaben der Abendmahlstisch und die Kanzel. 

Wertebewusstsein und neue Ausdruckskraft

Alles, was Sie umgibt, kann Sie unmittelbar ansprechen. Der Abendmahlstisch mit seinen drei Einzeltischen verweist auf den dreieinigen Gott. Die Tischplatten als angedeutete Schalen verweisen auf unsere Sehnsucht: Wir kommen als Bedürftige zu Gott und werden beschenkt. Die Kanzel – als Harfe stilisiert – verweist darauf, was hier zu Gehör kommen soll: ein Lobgesang auf Gottes Menschenfreundlichkeit. Die Kanzel schwebt nicht wie früher leicht über der Gemeinde. Denn der Prediger gehört zu den Menschen, ist einer von ihnen und nicht einmal der beste, gescheiteste oder gläubigste.

Altar

Auch in den Fenstern der Kontrast zwischen Wertebewusstsein und neuer Ausdruckskraft: Die Fenster in der Nordwand mit traditionell unifarbenen Ornamentglas von 1903.  Die von der Wiehler Künstlerin Luise Theill 1996 entworfenen Fenster im Chorraum sind geprägt von mit einer „durchfließenden“ Thematik: Links die Rettung aus der Sintflut, in der Mitte das siegreiche Opfer-Lamm in einer Träne, rechts die Schar der Erlösten unterwegs zur Quelle des Lebens. So hat sich die Denklinger Gemeinde 1996 bei der Kirchenrenovierung deutlich der Aufgabe gestellt, Tradition und Innovation ineinander wirken zu lassen. Was ist von der Tradition zu erfahren?

Evangelische Kapelle mit katholischem Altar

Schlendern Sie dafür den Hang hinab zur historischen St. Antoniuskapelle. Diese frei stehende Kapelle gehört zum Ensemble der Burg mit Amtshaus, Torbau (mit Gefängnis!), Mauern, den Wassergräben und dem Teich der alten Zwangsmühle. Das geduckte Gotteshaus ist dem Heiligen Antonius geweiht. Es war ursprünglich Morsbach/Odenspiel unterstellt. 1573 wurde in Odenspiel die Reformation eingeführt, ab 1576 hatten die dortigen Katholiken kein Gotteshaus mehr. 1662 gestatteten aber die Denklinger Lutheraner den Katholiken die Mitbenutzung der kleinen Kapelle. Aufgrund des starken Andrangs und der guten Gemeinschaft$ baute man 1693/94 gemeinsam ein neues Gotteshaus – die heutige Kapelle. Fast 200 Jahre – bis 1880 – wurde sie ökumenisch als „Simultaneum“ genutzt. 1894 wurde Denklingen eine selbständige evangelische Gemeinde und die Evangelischen bauten ihre eigene  Kirche, die im November 1903 eingeweiht wurde.

Kapelle

Seit ihrer Gesamtrenovierung im Jahr 1957 wird auch die Antoniuskapelle etwa bei Trauungen wieder gottesdienstlich genutzt. Im Grundriss ist die Antoniuskapelle eine rechteckige Saalkirche, 15,60 Meter lang und 6 Meter breit, aus Bruchsteinen gebaut und weiß verputzt. Der kleine Kirchturm ist als Dachreiter mit Zwiebelhelm gegliedert. Die erste Glocke aus dem 16. Jahrhundert trug die Inschrift O JHESUS MARIA“. Sie wurde im 1. Weltkrieg eingeschmolzen. Die Empore war ursprünglich in Hufeisenform, sie trägt die kleine Pfeifenorgel mit einem fünfseiligen Prospekt und seitlichen Pfeifentürmen. Die Kanzel aus dem Ende des 17. Jahrhunderts ist der Odenspieler Kanzel nachempfunden. Das ursprüngliche Tabernakel war als drehbare Nische gebaut – heute ist es festgeschraubt, genau wie der aus Elfenbein geschnitzte Christus im Auferstehungsgestus. Die beiden Altarbilder, eine Immaculata und der Hl. Antonius als Eremit, sind ausgelagert. Genießen Sie dieses ökumenische Ensemble eine schlichte, evangelische Kapelle mit „katholischem“ Altar!

Mögen Sie noch einmal zur Kirche schlendern? Dann kommen Sie vorbei an dem neuen achteckigen Gemeindehaus, gehen auf das Bistro-Haus zu und sehen am Hang hinter der Kirche das lang gestreckte Jugendhaus. Es wurde in Eigenleistung errichtet. Hier arbeiten der CVJM, die offene Jugendarbeit und die Kirchengemeinde Hand in Hand. A propos Eigenleistung: 1978 wurde der Fußboden der Kirche „ausgekoffert“ und nach Einbau einer Heizung mit neuen Fliesen im alten Look verschönert. Nur drei Jahre später trugen die Gemeindeglieder 290.000 DM zusammen für eine neue Orgel!

Im Aufbruch

Dr. Hans Horn hat in seiner Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde (1983) mit Respekt und Feingefühlig die Leidenschaft und geistliche Klarheit der Väter- und Mütter-Generationen beschrieben. „Die Gemeinde verdankt sich dem Pietismus“, ist eine seiner Kernaussagen. Die Wellen der Erweckungsbewegung (1898, 1905/1906, 1922 und nach dem 2. Weltkrieg), die Zeit unter dem Nationalsozialismus (in der die Denklinger Gemeinde die Bekennende Kirche unterstützte), die Beherztheit der Nachkriegszeit und die Ausrichtung der letzten Jahrzehnte formten eine Gemeinde, die diakonisch tatkräftig ist, leidenschaftlich Gottesdienste feiert und viele Wege geht, um die Gastfreundschaft Gottes in die Höfe und Häuser zu tragen.

Nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Gemeindegliederzahl durch den Zustrom der „Ostvertriebenen“ (Flüchtlinge und Vertriebene) erheblich. Die Bibelstunden in den Höfen wurden aktiviert, sonntägliche Gottesdienste in den Außerorten Schalenbach, Schemmerhausen und Rölefeld eingerichtet. In den 80er Jahren wurden die Gottesdienste zentralisiert, in den 90er Jahren die Außen-Gottesdienste eingestellt dafür aber wurde das „Priestertum aller Gläubigen“ intensiviert. Einige Jahre lang erteilten Ehrenamtliche Konfirmandenunterricht in Hauskreisen. Später fand er in Form eines sechsmonatigen Kurses für 10jährige und eines sechsmonatigen Kurs für 15jährige statt. Die Albe als „weißer Talar“ wurde eingeführt, die Liturgie durch Lobpreis-Elemente ergänzt. Neben die Säuglingstaufe trat die Kindersegnung, das Abendmahl wurde vielgestaltiger: mit Wandelkommunion und einer Sederfeier am Gründonnerstag, die an die jüdischen Wurzeln des christlichen Abendmahls erinnert.

Was die einen als Vermengung und Entwertung deuteten, feierten die anderen als Befreiung und als Aufbruch. Somit ist die Wechselwirkung zwischen Wertebewusstsein und Gestaltungskraft also nicht nur eine Frage der Gebäudenutzung und der Inneneinrichtung des Kirchenschiffs. Es gab und gibt ein leidenschaftliches Ringen um die Stimmigkeit und Reichweite des missionarischen Auftrags. Kann die Gemeinde als Leib Christi sowohl in der „Latzhose“ einer Dienstmagd als auch im Hochzeitskleid einer Braut ihrem Auftrag gerecht werden? Wir meinen: Sie kann. 

Gemeinde auf dem Pilgerweg

PilgerwegSie sehnen sich nach oberbergischer Frischluft? Schlendern sie weiter, machen Sie einen Spaziergang durch die etwa 30 Höfe der Gemeinde, vorbei am Versammlungshaus der Evangelischen Gesellschaft in Brüchermühle und vorbei am Haus der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Schemmerhausen. Unterwegs werden Sie einige Hinweistafeln finden auf den im Mai 2007 wieder eröffneten historischen Pilgerweg, den Jakobsweg, der über Köln und an den Pyrenäen vorbei ins nordspanische Santiago de Compostela führt und auf den Elisabethpfad via Marburg nach Thüringen. Die ehemalige Simultankapelle“ Denklingens und auch die Denklinger Kirche sind eine Station wert auf dem „Oberbergischen Brüderweg“ – der ja im übertragenen Sinn auch Ihren Pilgerweg bereichern darf.

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Manfred Mielke, Pfarrer

 

 

 

 

 

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Tuesday, August 06, 2013